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Die Weiße Rose

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Die Hauptpersonen des Münchner Kreises von Freunden und Mentoren:

Alexander Schmorell, geb. 16. September 1917 in Orenburg als Sohn eines deutschen Arztes und einer russischen Mutter. Aufgewachsen in München, zweisprachig. 1936 Abitur, anschließend Arbeitsdienst und Militärausbildung, Teilnahme am Einmarsch in Österreich und im Sudetenland. Vom Frühjahr 1939 an ein erstes medizinisches Studienjahr in Hamburg, danach Teilnahme am Frankreich-Feldzug. Freistellung zum Weiterstudieren in München.

Christoph Probst, geb. 6. November 1919 in Murnau. Sohn eines Privatgelehrten ohne Dozentur. 1937 Abitur nach mehrjährigen Internatsaufenthalten, anschließend Arbeitsdienst, Militärausbildung. Seit dem Sommersemester 1939 Student der Medizin in München wie Hans Scholl, ohne daß beide schon in Berührung kommen. Weitere Studienorte: Straßburg und Innsbruck. Als einziger der Studenten im engeren Kreis der Weißen Rose ist er verheiratet (mit Herta Dohrn) und zuletzt Vater dreier Kinder.

Willi Graf, geb. 2. Januar 1918 in Kuchenheim bei Euskirchen, aufgewachsen in Saarbrücken, Sohn eines Kaufmanns im Weingroßhandel. Aktiv in katholischen Jugendgruppen, auch unter dem NS-Verbot, daher nach der Jahreswende 1937/38 einige Zeit in Haft wie Hans Scholl, anschließend amnestiert. 1937 Abitur, Arbeitsdienst, Beginn des Medizinstudiums in Bonn bis zum Physikum im September 1939. Wechsel nach München, dort aber 1940 Ausbildung zum Sanitäter, ab September in den besetzten Westgebieten eingesetzt. 1941 Teilnahme in gleicher Funktion am Serbien- und Rußland-Feldzug. Im Sommersemester 1942 in München Fortsetzung des Studiums.

Carl Muth, geb. 31. März 1867 in Worms, begründete 1903 die katholische Monatsschrift «Hoch-land» in München, die er bis zur erzwungenen Einstellung 1941 herausgab. Muths Bemühen: den Katholizismus entgegen damaligen antimodernistischen Tendenzen zeitgemäß zu erneuern und an das Kultur- und Geistesleben der Gegenwart heranzuführen. Im Herbst 1941 Bekanntschaft mit Hans Scholl, seither starke geistige, vor allem religiöse Einflußnahme. Carl Muth stirbt am 15. November 1944 in Bad Reichenhall.

Theodor Haecker, geb. 4. Juni 1879 in Eberbach/Württemberg, zum Katholizismus übergetretener Kulturphilosoph, wie Muth ein unorthodoxer Neuerer im katholischen Christentum, Mitarbeiter seiner Zeitschrift bis zum Rede- und Schreibverbot im NS-Staat. Übersetzer Vergils, Kierkegaards, Newmans. Entschiedener Gegner Preußens, aber auch der nationalsozialistischen Rassenpolitik. Kurz vor Kriegsende (9. April 1945) Tod in Usterbach bei Augsburg.

Kurt Huber, geb. 24. Oktober 1893 in Chur/Grau-bünden, in Stuttgart aufgewachsen, akademische Laufbahn in München vom Studium bis zur außerplanmäßigen Professur mit den Fachrichtungen Philosophie und Musikwissenschaft, hierin besonders Tonpsychologie (Hörpsychologie) und Volksliedkunde. Obwohl NSDAP-Mitglied (mit der hohen Mitglieds-Nr. 8 282 981) steht er an der Universität im Ruf regimefeindlicher Gesinnung. Die geistige Einflußnahme auf den Scholl-Kreis entwickelt sich später als im Falle der Mentoren Muth und Haecker.

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© Birgit Pauli-Haack 1997
Zuletzt geändert: 13. November 1997