SZ vom 12.12.1997

SZ-Gespräch mit Franz Schönhuber:

„Stets Kontakt zu hohen Offizieren“ Ex-Rep-Chef genoß Wohlwollen bei Teilen der Bundeswehr

sti.

München (Eigener Bericht) – Der Mitbegründer und frühere Vorsitzende der rechtsextremen Republikaner, Franz Schönhuber, hat nach eigenem Bekunden stets intensive Kontakte zu hochrangigen Bundeswehroffizieren gehalten. Sowohl sein offizieller militärischer Berater, General a. D. Franz Uhle-Wettler, als auch sein Stellvertreter als Republikaner-Bundesvorsitzender, der Konteradmiral a. D. Günter Poser, „hatten einen ziemlich großen Kreis von Offizieren der Bundeswehr um sich, über die ich immer Kontakt mit der Bundeswehr hatte“, sagte Schönhuber am Donnerstag der Süddeutschen Zeitung. Uhle- Wettler habe auch an Vorstandssitzungen der Republikaner teilgenommen.

Bei Teilen der Bundeswehr „bestand durchaus Wohlwollen“, erklärte der frühere Republikaner-Chef, der sich 1994 aus der Rechtspartei zurückzog, um für die Einigung der europäischen Rechten zu kämpfen. Uhle-Wettler hatte die NATO-Verteidigungsakademie in Rom geleitet und ist nach Schönhubers Worten auch noch während seiner Tätigkeit für die Republikaner regelmäßig von der Bundeswehr konsultiert worden, zum Beispiel während des Golfkriegs; der Spionageexperte Poser sei auch als Republikaner noch Geheimnisträger gewesen. Er hatte sich schon 1987 wegen der „Kriegspropaganda der Siegermächte“ zu den Republikanern bekannt.

Seine Treffen mit aktiven Bundeswehroffizieren, deren Namen er nicht nennen wollte, hätten bis auf eine Begegnung in der Bundeswehrhochschule München nicht in Bundeswehreinrichtungen stattgefunden, sagte Schönhuber. Sein Sicherheitsberater bis 1994, Oberstleutnant a. D. Udo Bösch, habe, da er Offizier des Bundesnachrichtendienstes und damit Geheimnisträger gewesen sei, bei der Bundeswehr nachfragen müssen, „ob er bei uns sein darf. Der hat eine Art Ehrenerklärung verlangt, und die hat ihm die Bundeswehr gegeben“, sagte Schönhuber. Copyright © 1997 - Süddeutsche Zeitung. SZonNet 3.1
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