Wie man sich heute schon denken kann, waren die Gesellschaft und das Leben im Westen allgemein weniger strukturiert als im Osten. Das Land und die Natur im Westen machten dies zu einem idealen Ort für Gesetz- und Regellosigkeit. Glücksspiele, Trinken, Schlägereien und Prostitution waren ganz normal.

Das stereotypische Bild des Wilden Westens entspricht dem Leben im Westen, wie es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war. In erster Linie blühte das Cowboy-Leben zwischen dem Bürgerkrieg und der Jahrhundertwende. Die Blütezeit des Wilden Westen war also zwischen den 1860er und 1890er Jahren.

Für die meisten Männer waren lokale Saloons ein alltäglicher Treffpunkt. Gesetzlosigkeit herrschte im Wilden Westen meist deswegen, weil man keine Mittel zu einer angemessenen Strafverfolgung hatte. Das führte weiter zu allerlei Arten von Verbrechen und sozialen Missständen. Währen manche Sheriffs waren auch selber ziemlich korrupt, hatten andere einfach keine Mittel, Verbrecher zu bekämpfen. Noch ein Häufiges Problem stellten die Banditen dar.

Glücksspiele im 19. Jahrhundert

Eines der beliebtesten Glücksspiele im Wilden Westen war sicherlich das Kartenspiel Foro, bevor es natürlich von Poker verdrängt wurde. Bei Poker gab es mehrere Kategorien, doch eine der ältesten war Draw Poker. Dies ist die einzige Kategorie, wo man die Karten des Gegners nicht zu sehen bekommt. Die bekannteste Variante davon war Five Card Draw, wo man ohne sie zu sehen, die Karten vertauscht, um seine Hand zu verbessern. Diese war das meist verbreitete Spiel im Wilden Westen, weshalb es in den Western filmen gut geschildert ist.

Saloons

Saloons waren ein wichtiger Bestandteil der westlichen Kultur. Sobald im Wilden Westen eine Stadt entstand, so wurde auch wenigstens ein Saloon eröffnet. In jedem von diesen befand sich wenigstens ein Spucknapf, denn die Cowboys kauten Tabak, den sie später mit Zielsicherheit in den Napf spuckten. Die zwei meist getrunkenen Getränke waren Whisky und Bier. Die Zahl der Saloons in einer Stadt galt als Maßstab für den Aufschwung derselben. Die Gäste waren hauptsächlich Weiße, da es Indianern gesetzlich verboten war, die Salons zu betreten. Soldaten konnte man den Eintritt zwar nicht verbieten, doch sie waren, ebenso wie Chinesen nicht sehr erwünscht. Herzlich willkommen waren in jedem Saloon aber Animiermädchen, die mit ihren dunklen und langen Kleidern eher an Nonnen als an Prostituierte erinnerten.

Bekannte Verbrecher

Jesse James war einer der bekanntesten Verbrecher des Wilden Westens. Als das berühmteste Mitglied der James-Younger-Bande war er für seine Mordtaten, Banküberfälle und andere Verbrechen an Orten wie Minnesota, Missouri und Texas bekannt.

Auf die Liste der berüchtigten Verbrecher gehören auch Billy the Kid und Black Bart. Klar war, dass die Banditen nicht jeden Tag angriffen, dennoch lebten die Einheimischen in ständiger Angst und unter der alltäglichen Bedrohung durch Verbrechen und Gewalt.

Frauen im Wilden Westen

Frauen waren ziemlich selten – oft ein Verhältnis von 10:1. Obwohl sie sehr geschätzt waren, haben sie in der rauen Bedingungen zu Tode gearbeitet. Die heutige Perzeption dass der Wilde Westen für Männer und Hunde ein Paradies, für Frauen und Pferde aber die Hölle darstellte, ist weitgehend wahr. Während manche Frauen blieben oft jahrelang still, wurden andere aufgrund der Isolation und Sorge verrückt. Andere wiederum fanden es sehr befreiend, Pferde zu reiten, Hosen zu tragen, allein zu leben und zu Männerarbeit selbst zu erledigen.