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Doppelmord
KZ Dachau





über's Projekt
Doppelmord
von Dr. Rolf Kornemann

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Judenhäuser als Zwischenstufe der Deportation

Nach der Reichskristallnacht wurden die Schikanen verschärft. Im Zusammenhang mit der Arisierung des Grundbesitzes wurde häufig die Unterbringung der Juden in weit auseinanderliegenden Judenhäusern, die jüdischen Eigentümern bzw. Organisationen gehörten, angeordnet. 35)

In Österreich wurden alle Juden aus den Provinzen nach Wien verbracht 36); in Stuttgart wiederum mußten viele Juden auf das Land ziehen, während in anderen Städten - wie z.B. in Berlin - eine Konzentration auf einzelne Stadtteile erfolgte37). Mit dem zuvor erwähnten Gesetz über die "Mietverhältnisse mit Juden" wurde das Zusammenziehen der Juden systematisiert. Nicht-jüdische Eigentümer konnten die Zwangsexmittierung sofort betreiben, wenn ihnen die Gemeindebehörde bescheinigt hatte, daß die anderweitige Unterbringung des jüdischen Mieters gesichert war. Die Interpretation "anderweitige Unterbringung" wurde unterschiedlich ausgelegt; in einzelnen Fällen reichte auch eine notdürftige Unterbringung im Sinne der Obdachlosen-Fürsorge aus. Die Durchführung solcher Maßnahmen oblag städtischen Verwaltungen; einige Großstädte unterhielten eigene Umsiedlungsabteilungen für Juden.

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© Copyright by Dr. Rolf Kornemann
© Layout Birgit Pauli-Haack 1997