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Doppelmord
KZ Dachau





über's Projekt
Doppelmord
von Dr. Rolf Kornemann

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Vermögensentzug in toto

Welche Vermögen den Juden exakt entzogen wurden, ist unbekannt. Schätzungen belaufen sich auf eine Summe von über 2 Milliarden Reichsmark. Unter Androhung von Gewalt, Erpressungen und falschen Informationen mußten im Durchschnitt Häuser zu ca. 30 v.H. und unbebaute Grundstücke zu 10 v.H. des Verkehrswertes veräußert werden; aufgrund der zuvor beschriebenen Wechselkursmanipulation erhielt der Veräußerer tatsächlich nur Bruchteile der Vermögenswerte. Dabei ist es unerheblich, ob die liquidierten Vermögen Parteifunktionären persönlich, der Gestapo oder der Reichsfinanzverwaltung zuflossen31) .

Entscheidend allein war, daß den Juden, soweit sie fliehen konnten, kaum Vermögen blieb. Wurden sie dagegen deportiert und vernichtet, verloren sie ihr gesamtes Vermögen. Selbst für die Kosten der Deportation mußten sie aufkommen. Die Reichsbahn stellte für die 3. Klasse pro Fahrgast und pro Schienenkilometer den regulären Fahrpreis von 4 Pfennig in Rechnung. Kinder unter 10 Jahren fuhren zum halben Preis. Für Kinder unter 4 Jahren wurde nichts verlangt32). Im Fahrpreis enthalten waren auch der Verpflegungsmehraufwand für die begleitenden Reichsbahnbediensteten.

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© Copyright by Dr. Rolf Kornemann
© Layout Birgit Pauli-Haack 1997